So haben wir da mitten im Ort den MARKTPLATZ.
Dieser könnte auch Rathausplatz heißen, tut das aber nicht, obwohl das wunderschöne Paslamer Rathaus mit seinen barocken Verzierungen diesen Platz optisch beherrscht. Auch heißt er nicht Hauptplatz, obwohl er der größte Platz Paslams ist. Seit dem 13. Jahrhundert (Paslam erhielt das kleine Marktrecht) findet auf diesem Platz der Wochenmarkt seine Heimat. Und das war seinerzeit der Grund für diese Namensgebung.
Der Kirchplatz vor St. Elke weist eine Besonderheit auf. Er heißt nämlich auch noch Kardinal-Ratzinger-Platz. Das war, weil, damals als der Papst noch Kardinal war und Paslam einmal besuchte und der Herzensguten Uta zwei Stunden lang seine Aufmerksamkeit spendete. Und da die Paslamer Bevölkerung gern an diesen Besuchstag zurück denkt (es gab Freibier und viele Stände mit kalten und warmen Leckereien aus der Umgebung), hatte der Rat der Stadt unter Leitung des Bürgermeister Filbinger dem Kirchplatz einen zweiten Namen gegeben, eben den Namen: Kardinal-Ratzinger-Platz. Ein Antrag aus jüngster Zeit, diesen Platz zusätzlich noch Papst-Benedikt-der-Sechzehnte-Platz zu nennen, wurde nahezu einstimmig abgeschmettert. Weil das für den Postzusteller doch zu sehr verwirrend wirken würde. Und außerdem sei das zu lang für ein normales Straßenschild.
Weniger bekannt, da nicht im Ortskern, aber doch an historischer Stelle, ist ein Platz, der nicht Platz sondern Schanze heißt: [b]Die Schwedenschanze. [/b] Direkt vor dem Aufgang zur Ruine der ehemaligen Festung Paslam ist dieser Platz zu finden, von dem behauptet wird - man forscht noch - es handle sich dabei um einen ehemaligen Thingplatz. Auch den Gerüchten, es sei eher der Ort für die Walburgisnacht gewesen, wird wissenschaftlich nachgegangen. Paslamer Frauen haben da eine intensive Tradition.
Zur Schwedenschanze wurde dieses Gelände, weil damals im 30jährigen Krieg, nachdem im April 1632 nach der Schlacht bei Rain am Lech (für historisch Interessierte: Tilly wird dort tödlich verwundet) Gustav Adolf in Bayern einfiel und München eroberte.
Die Einwohner Paslams waren besorgt und versammelten sich spontan eben auf diesem Platz unterhalb der Festung Paslam, die damals noch keine Ruine war. Und man beschloss, auch wegen der idealen strategischen Lage, alle Abwehrmittel Paslams inklusive aller waffenfähigen Paslamer und Paslamerinnen (Oh! Ja! Paslamerinnen! Die Emazipation der Frau war in Paslam nie Thema, weil, sie war ja schon seit ewigen Zeiten verwirklicht.) auf der Festung und auf dem ehemaligen Thingplatz zu konzentrieren. So wurde diese Lokalität zur [b]Schwedenschanze.[/b] Die Schweden, die sich mit 19734 Mann schon auf dem Weg nach Paslam befanden, erhielten Nachricht von der starken Befestigung Paslams, verzichteten auf einen aussichtslosen Angriff und umgingen Paslam weiträumig.
Dennoch blieb der Name [b]Schwedenschanze[/b] bis in die heutigen Tage erhalten. Der Platz unterhalb der Festung ist zu einem beliebten Treffpunkt der Paslamer Mofa- und Mopedjugend geworden, die sich mit dem Zuruf: 'Auffi! Gemma Schweden schnoizen*!' dort verabreden.
(Gschw.J.)
* "Auf! Gehn wir Schweden kloppen!"
(Gschw.J.)
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